Regalbediengeräte, kurz RBG (engl. stacker crane (STC) oder storage and retrieval
machine - S/R machine) sind säulen- oder schienengeführte,
einspurige Fahrzeuge zur Bedienung der Waren in einem Hochregallager.
Es gibt kurvengängige RBG für niedrigere Leistungen,
die über ein Weichensystem das gesamte Lager bedienen können
und gassengebundene RBG für hohe Leistungen, die nur in einem
Gang operieren. Die Bewegung eines RBG erfolgt in folgenden drei
Achsen, mit der Fahreinheit in der Ganglängsrichtung, mit
der Hubeinheit in der vertikalen Richtung und mit der Lastaufnahmeeinheit
der in der Gangquerrichung, d.h. quasi in das Regal hineingreifend.
Der Automatisierungsgrad reicht von manuell
bis vollständig automatisiert.
Die
Bauhöhe eines RBG reicht inzwischen bereits bis zu einer
Maximalhöhe von nahezu 50 Metern.
Das einspurige
Fahrwerk verbindet die beiden Laufräder mit dem Mast bzw.
dem Rahmen. Die Laufräder werden auf Schienen geführt
und sind bei kurvengängigen RBG drehbar gelagert. Je nach
Schienentyp (warmgewalzte Profile wie z.B. U-Profile, I-Profile
und Eisenbahnschienen) und Radlast werden Stahl-, Kunststoff-
oder Vulkollanräder (Stahlnabe mit angegossener Elastomer-Lauffläche)
in Einfach- oder Doppelradkästen eingesetzt. Je nach Leistungsbedarf
sind eines oder beide Räder angetrieben.
Der Mast
verbindet das Fahrwerk mit der Kopftraverse. Je nach Anwendungsfall
sind Ein- oder Zweimastversionen (Rahmengeräte) möglich.
Entlang des Mastes wird der Hubschlitten geführt. Der Mast
enthält aber noch weitere Komponenten wie das Hubwerk mit
dem Seil- oder Kettentrieb, den Hauptschaltschrank, Podeste und
Aufstiegsleitern mit der Persönlichen Schutzausrüstung
(PSA), Stromzuführungen zum Hauptschaltschrank und zum Hubschlitten
über Schleifleitungen oder Kabelketten.
Der Hubschlitten
trägt primär die zu befördernde Last und ist mit
Einrichtungen zur Aufnahme und Abgabe der Last, dem sogenannten
Lastaufnahmemittel ausgerüstet. Bei automatischen RBG findet
sich am Hubschlitten meist ein Notsteuerstand zur Störungsbehebung.
Die Hubbewegung erfolgt über einen Seil- oder Kettentrieb.
Bei manuellen RBG ist oft eine Kabine mit mehr oder weniger
umfangreicher Ausstattung (PSA, Sitz, Regale, PC, Scanner, Feuerlöscher
...) angebracht.
Die Kopftraverse enthält das obere
Fahrwerk und verbindet ggf. die beiden Masten. Das obere Fahrwerk
besteht aus Führungsrollen, die in einer Schiene am Regaljoch
(obere Verbindungskonstruktion der Regalzeilen) geführt werden.
Bei nicht kurvengängigen Einmastgeräten kann die Kopftraverse
sogar entfallen. Die Kopftraverse ist besonders wichtig, wenn
sich mehrere kurvengängige RBG in einer Schienenanlage befinden.
In diesem Fall muss eine Kollision verhindert werden.